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Wie mich die Weltreise zum Vegetarier machte. Oder doch gleich Vegan?

„Steak essen in Argentinien“. Ein Punkt, der schon ziemlich lange auf meiner Bucketlist steht. Und jetzt bin ich in Argentinien, hab reihenweise Steakhäuser um mich herum aber bin Vegetarier. Chris sitzt mir gegenüber und isst genüsslich sein saftiges Steak, während ich vegetarische Ravioli vor mir liegen haben. Auch sehr lecker! Ich bin ja wirklich froh, dass man hier überhaupt vegetarische Gerichte findet, denn Argentinien ist neben Uruguay das Land mit dem höchsten Fleischkonsum weltweit! Verrückt, wie viel Fleisch hier gegessen wird.

Ich wollte nie Vegetarier werden!

Ehrlich gesagt, war ich noch nie ein großer Fan von Fleisch. Bräten, Haxn, usw. haben mich noch nie angemacht und vor der Reise haben wir selten öfter als zweimal pro Woche Fleisch gegessen. Trotzdem war es unverzichtbar für uns! Wir lieben Grillen, wir essen gerne mal ein leckeres Schnitzel oder einen saftigen Burger und zur Biergartenkultur in München gehört Fleisch einfach dazu. In den ersten Wochen und Monaten der Reise war Fleisch noch ein fester Bestandteil im Alltag. Gebratener Reis oder Pad Thai mit Hühnchen, eines meiner Lieblingsgerichte in Thailand. In Australien durfte ein Besuch bei Grill’d natürlich nicht fehlen und beim besten Burgerladen der Welt, Ferg’s Burger in Neuseeland, machten wir auch einen Stop.

Negative und unappetitliche Begegnungen mit Fleisch hatte ich allerdings immer mal wieder. Zum Beispiel beim Anblick auf ein rohes Hühnchen, das bei 35 Grad in der prallen Sonne am Straßenrand von Bangkok hing. Oder der Anblick auf eine Wanne mit blutigen Rindfleischstückchen, die ebenfalls bei hohen Temperaturen in Malaysia im Hinterhof eines Restaurants auf die Zubereitung warten. Allerdings war das nie Auslöser für einen kompletten Fleischverzicht.


Du bist was du isst!

Als wir dann nach Indien, Myanmar und Laos reisten verzichtete ich aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen strikt auf Fleisch und Fisch sowie auf Milchprodukte und andere tierische Produkte. Ich genehmigte mir höchstens ein Rührei zum Frühstück in einem Vier-Sterne-Hotel. Da dieses schöne Hotel allerdings die Ausnahme war lebte ich zeitweise sogar vegan. Aus dem beabsichtigten Aspekt hat es sich absolut gelohnt auf tierische Produkte in diesen Ländern zu verzichten, denn bis auf leichte Magen-Darm-Probleme am ersten Tag in Indien, bin ich von weiteren Viren oder Infektionen verschont geblieben. Im Vergleich zu Chris, er war nicht so strikt mit dem Verzicht und hat sich die ein oder andere Magen-Darm-Infektion eingefangen. Letztendlich kann man sich immer irgendwo den Magen verderben, allerdings ist der Verzicht von tierischen Produkten eine sehr gute Vorsichtsmaßnahme und reduziert das Risiko enorm in gewissen Ländern.

 

Gleichzeitig hab ich gemerkt, wie gut mir und meinem Körper diese Art von Ernährung tut. Ich hatte auf einmal unfassbar viel Energie, ich wusste garnicht mehr wohin damit. Ich war nie müde, hatte kein Mittagstief und hab mich so gut gefühlt, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Sicherlich fühle ich mich im Allgemeinen seit Beginn der Reise unfassbar gut, allerdings hat sich die Ernährungsumstellung zusätzlich deutlich bemerkbar gemacht. Ich glaube, wenn wir zu diesem Zeitpunkt nicht auf Reisen gewesen wären, hätte ich wahrscheinlich sofort versucht meine Ernährung dauerhaft auf vegan umzustellen.

 

Auf Reisen gestaltet sich das allerdings sehr schwer. Nicht der Veganismus an sich, eher die Umstellung. Kaum jemand wird von heute auf morgen Veganer. Es ist ein Prozess, der über Wochen und Monate geht, denn man muss sich mit dem Thema befassen. Oftmals weiß man garnicht, was man eigentlich isst und welche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln sind.

 

In den darauffolgenden Ländern wäre es einfach zu schwer, zu kompliziert und teilweise auch zu teuer gewesen das anzugehen. In Japan aufgrund der Sprachbarriere, denn oftmals probiert man sich einfach durch die Speisekarte oder die Supermarkttheke, ohne lesen zu können was man da genau isst. In den USA und Südamerika ist Veggi oder Vegan aufgrund des hohen Fleischkonsums oft nur vergeblich zu finden. Außerdem muss man als Veganer logischerweise deutlich mehr essen, um satt zu werden. So genügt mir normalerweise z.B. locker ein halbes Tuna-Sub um satt zu werden, während ich ein ganzes Veggi-Sub essen muss um gesättigt zu sein.

Die Kulinarik ist teil einer Weltreise

Ehrlich gesagt möchte ich auch aktuell einfach nur Reisen und keine Ernährungsumstellung in Angriff nehmen, denn wie gesagt, es erfordert viel Mühe und Zeit. Und außerdem würde mir die großartige Kulinarik auf Reisen verloren gehen. Es gibt so viele leckere Dinge, die man auf Reisen ausprobieren kann. Es wäre schade, das alles auslassen zu müssen. 

Ich muss gestehen, Fleisch bekomme ich aktuell nicht mehr runter. Aufgrund der Hürden, die eine Umstellung mit sich bringen würde, esse ich allerdings weiterhin Milchprodukte und tierische Produkte, wie z.B. Fisch, Eier, etc. und merke deutlich, wie die Energie und Fitness die ich während des Veganismus verspürt habe verloren geht. Allerdings werde ich das Thema nach unserer Rückkehr in Deutschland erneut angehen, nicht nur aus ethischen und gesundheitlichen Gründen, auch der Umwelt zu Liebe! 

 

Auf Reisen habe ich gelernt und mit eigenen Augen gesehen, wie wichtig das Thema Umwelt ist. Die Massentierhaltung verursacht weltweit aktuell 51% aller CO2-Emissionen. Mit Fleischverzicht und dem Verzicht von tierischen Produkten kann man enorm dazu beitragen und nicht nur sich sondern auch unserer wunderschönen Erde was Gutes damit tun. Ich weiß nicht, ob ich es tatsächlich schaffen werde, mich dauerhaft vegan zu ernähren, denn ich esse leidenschaftlich gerne. Vor allem Käse und Kinderbueno sind eigentlich unverzichtbar für mich.

Ich hoffe es sehr, irgendwann komplett auf tierische Produkte verzichten zu können oder zumindest den Konsum drastisch zu reduzieren. 

Teilweiße schäme ich mich sogar dafür, wie verschwenderisch und unbedacht ich vor einiger Zeit Dinge gegessen habe, ohne zu Hinterfragen ob ich mir, meinen Körper und der Umwelt überhaupt was Gutes dabei tue.

 

… sagt die, die eine Weltreise macht und alle paar Wochen im Flieger sitzt. Ja, mir ist bewusst, dass mein CO2 Fußabdruck durch das Fliegen nicht der kleinste ist. Dafür besitze ich seit fast 10 Jahren kein Auto mehr und nutze mein Fahrrad und die öffentliche Verkehrsmittel. Es soll garnicht darum gehen, jemand zu verurteilen oder zu kritisieren. Dieser Blogbeitrag soll lediglich zum Nachdenken anregen. Denn wenn jeder Mensch auf dieser Erde seinen Beitrag dazu leisten würde, egal in welcher Form, ob der Verzicht von tierischen Produkten, Vermeidung von Plastik, Müllreduzierung, etc. würden wir ein großes Stück voran kommen. 

 

 

von Katrin

 

 

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