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Entweder Reisen? Oder Bloggen? Wie viel Arbeit hinter einem Reiseblog steckt und wie es bei uns weiter geht.

Wer kennt sie nicht? Die perfekten Bilder von Reisebloggern auf Instagram. Eine Drohnenaufnahme von oben, während man an einem weißen Sandstrand ins türkisblaue Meer läuft. Ein menschenleerer Strand, keine Wolke in Sicht, die Sonne strahlt und die Haare wehen im Wind. Sieht aus, wie mal soeben im Reisealltag geknipst, ist ja kein Ding. Sicherlich nicht. Wir behaupten, dass hinter DEM perfekten Bild mindestens 2 Stunden Arbeit stecken. Für ein einziges Bild, welches auf Instagram nach „mal soeben geknipst“ aussieht. 

Angekommen am perfekten Ort. Erstmal Drohne auspacken. Moment, darf man hier überhaupt mit der Drohne fliegen? Ich hab kein Schild gesehen, sollte erlaubt sein. Wie sieht's mit dem Wind aus? Könnte klappen, ist nicht zu windig. Lichtverhältnisse? Passen auch. Wo können wir starten und landen? Im Sand ist es schlecht mit der Mavic, lass mich ein Stück zurück laufen auf den asphaltierten Parkplatz. Hoffentlich gibt es dort ein wenig Schatten, sonst spiegelt der Bildschirm wieder und man weiß nicht, wo man entlang fliegt. Sind diese Punkte abgehakt ist es quasi schon ein 6er im Lotto. Ist der Handy Akku geladen? Ist der Drohnen Akku und der, der Fernbedienung geladen? Und zu guter Letzt, ist denn eine Speicherkarte in der Drohne oder liegt die noch im Laptop in der Unterkunft? Alles schon passiert.

Ok, los gehts! 

Reisen oder Bloggen? Wie viel Arbeit kostet ein Reiseblog?

Aber mach schnell, gerade sind keine Menschen da, die das Bild „versauen“. Warte, jetzt kommt eine Wolke. Ok, weg. Jetzt! Geh!

Ich laufe elegant ins türkisblaue Wasser, Brust raus, Bauch rein, breites Grinsen im Gesicht oder doch lieber die nachdenkliche Variante während die Drohne über mir schwebt und gebe alles für DAS perfekte Bild. Dann kommen bei fast jeder Frau wahrscheinlich die typischen Mädchen-Gedanken, wie z.B. "hoffentlich passen meine Haare, hoffentlich sitzt mein Bikini gut, wieso hab ich mir gestern nur wieder Schoki reingepfiffen."


Nach einiger Zeit Posing und unzähligem Abknipsen sind die Fotos im Kasten. Hoffentlich sind sie was geworden… Spannung!!!
Abends im Hostel wird die Speicherkarte in den Laptop geschoben und ganz euphorisch werden alle Bilder durchgeklickt auf der Suche nach dem perfekten Bild. Was meinst du, welches ist das Schönste? Kurz diskutieren wir, bevor wir uns für das Schönste der Schönsten entscheiden. 

Doppelklick auf Lightroom und los gehts. Um die Farben und die Stimmung des Bildes möglichst real darstellen zu können wird das Bild jetzt bearbeitet. Belichtung checken, Weißabgleich, Kontrast, Gravitationskurve, Sättigung und und und. Ungefähr 30 Minuten später ist es fertig, das perfekte Bild.

Jetzt schnell Instagram öffnen, Bild reinladen, Ort hinzufügen, Text dazuschreiben und Hashtags einsetzen. Hier kann man freestylen und einfach Wörter wählen, die einen spontan zum Motiv und der Umgebung einfallen. Man kann aber auch eine Strategie anwenden, um möglichst viele Likes auf das Bild zu bekommen. Das System erkläre ich jetzt nicht, es würde den Rahmen sprengen, davon abgesehen kennst du es sicherlich, wenn du dich etwas intensiver mit Instagram befasst hast.  Zum Schluss noch die Hashtags zählen, ob man wirklich nicht über 30 kommt und den Teilen-Button klicken.

 

Fertig ist das perfekte Instagram-Bild. Ein einziges Bild! Von Youtube-Videos und Blogbeiträgen fange jetzt garnicht an, denn sicherlich kannst du dir jetzt ungefähr vorstellen, wie viel Zeit und Arbeit es beansprucht, wenn schon ein einziges perfektes Bild ungefähr 2 Stunden Zeit kostet.

Sicherlich wird niemand gezwungen oder ist verpflichtet einen Reiseblog zu führen. Jeder kann frei entscheiden, wie viel Zeit und Arbeit er investieren möchte und ob man die mehr oder wenigen perfekten Bilder präsentieren möchte. Wir möchten mit diesem Beitrag lediglich unsere Erkenntnis teilen, dass man entweder Reisen kann oder Bloggen kann. Beides lässt sich unserer Meinung nach nur bis zu einem gewissen Punkt kombinieren.
Das ist auch der Grund weshalb wir seit einigen Wochen keine YouTube Videos mehr hochladen. Wir widmen unsere Zeit ausschließlich dem Reisen, 24/7. In der Zeit als wir YouTube Videos und Blogbeiträge erstellt hatten, sind wir weniger gereist und haben täglich durchschnittlich ca. 4-5 Stunden in den Blog investiert. Wir waren viel länger an einem Ort, permanent vom Internet und gutem WLAN abhängig und täglich waren unsere Laptops aufgeklappt und wir haben unzählige Stunden am Handy verbracht. 

Ehrlich gesagt habe ich für diesen Blogbeitrag meinen Laptop rausgekramt, der seit Wochen ganz unten im Rucksack ist. Wir hatten teilweise tagelang keinen Handyempfang, waren völlig abgeschnitten von der Außenwelt und konnten intensiver denn je das Hier und Jetzt und Australiens schönste Strände vor unserer Nase genießen. Die Zeit ist wesentlich langsamer und intensiver vergangen. Auch eine wichtige Erkenntnis:

Umso mehr Zeit man mit Technik verbringt, desto schneller rast sie!

Jetzt fragst du dich sicherlich wo dieses perfekte Bild ist? Es würde optimal als Titelbild zu diesem Beitrag passen, oder?

Die Antwort ist: Wir haben ein DAS perfekte Bild einfach nicht. Es war tatsächlich entweder zu windig, man durfte nicht mit der Drohne fliegen, wir hatten nicht genug Akku oder die Bedingungen waren perfekt aber wir wollten den Moment einfach im Hier und Jetzt genießen, nicht durch irgendwelche Linsen sondern mit unserem bloßem Auge, die Erinnerungen im Kopf behalten und nicht auf Speicherkarten. 

Und übrigens, diese typischen Mädchen-Gedanken mache ich mir schon lange nicht mehr. Ok, um ehrlich zu sein, ganz abstellen kann man das als Frau wahrscheinlich nie, aber seitdem ich wieder im Reiseflow bin, denke ich einfach nur praktisch. Es ist mir egal wie der Bikini sitzt und die Haare fallen und wenn ich Bock auf Schoki habe, dann esse ich sie.

Und wie geht's bei uns weiter?

Nichtsdestotrotz müssen wir zugeben, dass es aber auch einfach Spaß macht. Es bereitet uns wirklich Freude Bilder zu bearbeiten, Videos zu schneiden, unsere Erlebnisse mit euch zu teilen und Reisetipps geben zu können. Wir freuen uns über jeden Kommentar und jede Nachricht bei Instagram, Facebook oder bei YouTube, wenn ihr uns nach Tipps und Empfehlungen fragt. Reisen ist unsere größte Leidenschaft und wir lieben es anderen Weltenbummlern weiter helfen zu können oder den ein oder anderen vielleicht sogar zu motivieren eine Weltreise zu machen.

Ende März sind wir in Indien auf einer Hochzeit eingeladen, worauf wir uns schon richtig freuen. Der Kulturschock von Australien nach Indien wird sicherlich nicht zu kurz kommen, dennoch freuen wir uns total auf Indien. Chris hat bereits 3 Monate Backpacking in Indien gemacht, für mich wird das Land definitiv eine Herausforderung, 

Unser momentaner Plan ist es, nach Indien etwas länger an einem Ort zu bleiben. Dann sind wir schon 5 Monate auf Reisen und besonders die letzten Wochen auf unseren Roadtrips durch Neuseeland und Australien waren für unser Reisetempo ziemlich schnell.

Wir möchten die ersten Monate unserer Weltreise Revue passieren lassen und die vielen Eindrücke ganz in Ruhe verarbeiten. Außerdem möchten wir unseren Blog wieder mit Leben füllen und euch mit Beiträgen und Videos versorgen.

Wo genau das sein wird und wie lange wir tatsächlich dort bleiben wissen wir noch nicht. Das entscheiden wir nach Lust und Laune und wonach uns gerade ist. Genau aus diesem Grund haben wir unsere Jobs gekündigt, kein Rückflugticket gebucht und unserer Weltreise ein offenes Ende gesetzt. Wir lieben einfach diese Freiheit!! 

Stay tuned und liebe Grüße aus dem schönsten Land der Welt,

Katrin

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Kommentare: 3
  • #1

    Arne (Sonntag, 04 März 2018 12:51)

    Ich hab Euer Vlog immer verrannt gern gesehen, aber als Ihr die Frequenz bei Instagram erhöht habt und bei YouTube nichts mehr kam, hab ich mir schon sowas gedacht.

    Und guess what: Ich kann Euch da voll und ganz verstehen!

    Auf Reisen regelmäßig zu bloggen/vloggen etc. ist eine riesige Herausforderung und verdammt ambitioniert. Ich selbst habe es noch nicht gemacht, aber ich kann das von daher nachvollziehen, als dass ich zum Beispiel die DSLR schon lange immer zuhause gelassen habe, wenn ich unterwegs war. Eben weil ich den Urlaub genießen und mich nicht ständig nur um die Kamera kümmern möchte.

    Da prallt natürlich der Anspruch, schöne Sachen zu produzieren, sehr schnell gegen die Wirklichkeit dessen, dass, wenn man nicht primär auch für die Fotografie/Videografie reist, das ganze einfach nur stressig werden kann. Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, wie mich die Fotografie von Reisebegleitungen genervt hat, wenn diese stundenlang für ein Foto an einem Stück rostigem Metall auf dem Boden herumfuhrwerkten, anstatt mal Sonne und Meer zu genießen. :D

    Ich denke, Ihr entscheidet Euch da gerade goldrichtig. Zieht für Euch das aus der Reise, was Euch glücklich macht. Und die Welt nur durch eine Linse zu sehen wäre einfach zu schade.

    Freue mich natürlich trotzdem auf jeden Beitrag :)

  • #2

    Mimi & Chris (Sonntag, 11 März 2018 15:57)

    Ups, habe ja garnicht gesehen daß Ihr auch einen Blog habt - sehr schön !
    Ja, das mit der vielen Arbeit zum Blog und Video kann ich richtig nachvollziehen . Ich kann mir auch denken , daß man sich immer einen gewissen Druck aussetzt, immer wieder aufs neue Blogbeiträge und Videos zu produzieren auch wenn einem überhaupt nicht danach ist und man lieber einfach mal relaxen möchte.
    Super Blogbeitrag von Euch.
    Liebe Grüße von Mimi und Chris

  • #3

    Katrin und Chris / Onewaytravel (Freitag, 23 März 2018 17:13)

    Hallo Arne, hallo Mimi & Chris,
    vielen Dank für eure netten Kommentare und euer Verständnis! Das freut uns sehr.
    Liebe Grüße, Katrin & Chris

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